Dieser tolle Erfahrungsbericht von Timo, aus dem Team JuPa (Junge Parkinsonkranke RLP-Süd) hat uns sehr berührt, daher möchten wir ihn euch nicht vorenthalten:

„Mein Name ist Timo Lehmann, ich bin 45 Jahre alt und seit 2007 an Morbus Parkinson erkrankt. Ziemlich genau Anfang dieses Jahres (2022) erhielt ich von meinem Hausarzt nach einer Blutentnahme, die Information: „Herr Lehmann es ist nicht 5 vor 12 Uhr, sondern 12 Uhr!“ Damit meinte der Arzt meine Blutwerte, weil keiner dieser Werte aber nur im Geringsten gestimmt hat. Ich müsse, wenn ich alt werden wolle, schleunigst etwas tun. Diese Aussage von meinem Arzt legte bei mir im Kopf einen Schalter um. Zu diesem Zeitpunkt brachte ich stolze 141kg auf die Waage. Und das bei einer Größe von 180cm. Ich beschloss meine Ernährung umzustellen. Und mich mehr sportlich zu betätigen. Natürlich nur so viel, wie es meine Freund Parkinson zulässt. Wie gerufen meldete sich Nina Junker per Mail bei mir. Sie erzählte mir von Ihrem Projekt „Aktivzeit“. Ich war begeistert von der Idee. Erkrankte Menschen, die in Ihrem Maße, ihre Zeit aktiv nutzen, um sich mehr zu bewegen. Und als Anreiz, als einen kleinen Wettkampf gestaltet. Sofort trommelte ich ein Team zusammen, die mit mir zusammen, das Projekt Aktivzeit starteten. Ich erstellte mir ein Fitnessprogramm für zuhause Radfahren, Wandern, Heimtrainer usw. Täglich konnten mein Team und ich die sportlich aktiven Minuten auf der Homepage www.aktivzeit.org sammeln und eintragen. Das motiviert noch zusätzlich, zu sehen was man geleistet hat. Mittlerweile habe ich in 3 Monaten 30 kg an Gewicht verloren und bin dadurch körperlich fitter geworden. Auch haben sich meine Blutwerte wieder eingependelt. Das gesamte Team von JuPa RLP-Süd ist sehr stolz ein Partner dieses Projektes zu sein.“

           

Bild aus 2021 (ca. 140kg)                         Aktuelles Foto gemeinsam mit Timos Tochter (ca. 110kg)

Herzlichen Dank lieber Timo für deine Offenheit und ganz viel Erfolg weiterhin auf deinem Weg!

Treffpunkt Hamburg am Mittwoch. Eine kleine Gruppe Frauen machte sich bereit für einen Rundgang um den Ohlsdorfer Friedhof. Es versprach ein warmer, sonniger Tag zu werden. Die Rucksäcke waren gepackt mit Snacks, Wasser und Tee. Nina von AktivZeit war extra aus Berlin angereist, Kristina, ihr Hund Erbse und Anne aus Lüneburg waren auch dabei und die Hamburgerin May.

Nina, Kristina, Erbse und May sammelten AktivZeit im Ohlsdorfer Friedhof

Es war ruhig auf dem größten Parkfriedhof der Welt. Mit 389 Hektar beherbergt er 202.000 Grabstätten und eine reichhaltige Flora und Fauna. Der Weg führte die vier AktivZeitlerinnen vorbei an riesigen blühenden Rhododendronsträuchern, Zedern und anderen exotischen Bäumen. Sie entdeckten beeindruckende Grabanlagen, Kapellen und Mausoleen und machten Rast auf einem Turm. Besonders beeindruckend war der Garten der Frauen, wo es viel Schönes und Interessantes zu entdecken gab. An der Grabstätte von Loki und Helmut Schmidt sind sie vorbei gelaufen, ohne sie zu bemerken. Kein Wunder, denn das Familiengrab der Schmidts fügte sich bescheiden in die Umgebung ein.

Nach drei Stunden erreichte die Gruppe ihr Ziel und feierte 720 Minuten AktivZeit mit einer großen Portion Eis.

 

In bester Innenstadtlage und unmittelbar vor der Feldherrnhalle, präsentierten sich am Freitag AktivZeit, PingPongParkinson und die dPV dem Münchner Publikum. Als kleine Attraktion hatten wir eine Mini Tischtennisplatte aufgestellt, die fast durchweg in Beschlag genommen wurde.
Obwohl aufgrund des nasskalten Wetters der Besucherstrom nicht ganz unseren Erwartungen entsprach, waren wir am Ende des Tages mit der Anzahl der werthaltigen Gespräche durchaus zufrieden.

Nicht zuletzt hatten wir dies unserem Partner, der Samba -und Percussiontruppe Drumadama zu verdanken, die mit Ihren mitreißenden Rhythmen ein ums andere Mal den Platz um unseren Aktionsstand herum füllten.

Besonders gefreut hat uns, dass viele DPV Mitglieder den Stand besucht hatten und sowohl PingPongParkinson als auch AktivZeit damit die Gelegenheit bekamen, sich vorzustellen.

Wer in diesen Tagen am Niederrhein unterwegs ist kann sie eigentlich nicht verpassen – die vielen Smovey Walks, die Detlev Friedriszik als Partner der AktivZeit organisiert hat. In Moers, Duisburg, Kleve, Krefeld und weiteren Städten waren und sind viele AktivZeit’ler mit den grünen Ringen anzutreffen.

Die Smovey Ringe, Trainingsgeräte von einem österreichischen Parkinsonpatienten erfunden, sind für Menschen jeden Alters nutzbar. In einen gerippten Schlauch sind bewegliche Stahlkugeln eingeabeitet, die beim Schwingen in Bewegung gesetzt werden und durch Vibrationen und Bewegungsimpulse vielfältige Trainingseffekte bieten.

Wie genau man mit den Ringen trainieren kann – das zeigte unter anderem Silke van Beuningen am 06.05.2022 in Krefeld. Die auf Parkinson spezialisierte Physiotherapeutin unterstützt die Aktion Aktivzeit ebenso tatkräftig. In Krefeld waren rund 30 Personen begeistert dabei.

Das Team von AktivZeit bedankt sich herzlich für das große Engagement aller Beteiligten am Niederrhein!

Seit dem Start der AktivZeit am 11. April hält sich bei den Einzelkämpfer:innen Ego 1967 beständig auf Platz zwei. Fast unbemerkt hält sie den Platz schon in der dritten Woche der Challenge, verlässlich wie ein Uhrwerk.

Wer verbirgt sich hinter diesem unscheinbaren Namen und sammelt unglaubliche Mengen an aktiver Zeit? Diese Frage stellte ich mir täglich ab der zweiten Woche AktivZeit und merkte nicht, dass ich nichtsahnend mindestens einmal in der Woche zusammen mit ihr einmal wöchentlich Tischtennis spiele.

Im realen Leben heißt Ego 1967 Gisela und reißt im Durchschnitt unglaubliche 20.000 bis 30.000 Schritte oder 15 bis 25 Kilometer täglich bei ihrer Arbeit im Einzelhandel ab. Trotz Parkinson, der ihr starke Schmerzen in den Beinen bereitet, spielt die Hamburgerin in ihrer Freizeit noch Tischtennis, wo immer es ihr möglich ist. Sie hat kaum ein PingpongParkinson Turnier ausgelassen und hat die neurologische Klinik in Bad Segeberg zu ihrem Trainingslager gemacht. AktivZeit motiviert sie vor allem im Sport weiterzumachen. Denn aufgeben ist für Gisela keine Option.

Jürgen Zender vom AktivZeit Orga-Team überreicht Nick Trachte vom Boxwerk München die Urkunde für den zweiten Platz auf der ersten Etappe der AktivZeit Challenge.


Im BOXWERK wird hart, aber fair trainiert. Dabei steht der Sport im Vordergrund und nicht der Kampf. Nie gegen jemanden, sondern immer für etwas zu kämpfen, dieser Ansatz hat immer eine soziale Dimension. Denn gerade hier können sich Jugendliche, ob geflüchtet oder aus der Umgebung, sportlich betätigen, Anschluss zu anderen Athleten finden und in einigen Fällen durch das Boxen auch lernen, mit ihren Traumata umzugehen.
Dass wir unser Ziel 500.000 aktive Minuten zu sammeln, so schnell erreichen konnten, verdanken wir nicht zuletzt Nick Trachte und seinem über die Grenzen Münchens bekannten Boxwerk. Nick ist seit vielen Jahren sozial engagiert und erklärte sich sofort bereit, uns bei unserem ambitionierten Ziel zu unterstützen.

 Nick ist mit den Parkinson-Symptomen durch einen Betroffenen im engsten Familienkreis bestens vertraut und wie es ausschaut, wird unsere Zusammenarbeit nicht mit der Challenge am 11. Juni enden. Sobald sein zweiter Standort etabliert ist, möchte Nick Trachte ein spezielles Trainingsangebot für parkinsonerkrankte Mitmenschen ausarbeiten. Denn der Boxsport hat nachweislich eine positive Wirkung auf den Verlauf der Erkrankung. Da ist es natürlich Ehrensache, dass wir ihm bei seinem Vorhaben mit Rat und Tat und unseren zahlreichen Kontakten unterstützen werden.

Der 30. April stand bei AktivZeit ganz im Zeichen des Tischtennis. Gleich zwei Standorte des Vereins PingpongParkinson e.V. luden zu Freundschaftsturnieren ein.
Tischtennis und Parkinson – das ist eine wunderbare Kombination, denn Tischtennis hilft vielen Betroffenen in Bewegung zu bleiben, Koordination, Gleichgewicht und Reaktionsfähigkeit zu trainieren. Aber vor allem macht es Spaß und bringt Menschen zusammen.
Daher freuen wir uns sehr, dass PPP uns mit seinen rund 100 Stützpunkten äußerst engagiert beim AktivZeit-Sammeln unterstützt. Gerne berichten wir von den beiden Turnieren:

Tischtennis-Turnier am 30.04.2022 in Eystrup 

Lars Rokitta und der TSV Eystrup richteten das erste Regionalturnier aus, mit Teilnehmer:innen aus dem ganzen Bundesgebiet sowie Schweden und Portugal. Das 3.000 Seelen Dorf in der norddeutschen Tiefebene wartete mit einem liebevoll und professionell organisierten Turnier in einer modernen großen Sporthalle auf. Die 48 Teilnehmer:innen fühlten sich sofort wohl. Bei diesem Turnier stand das soziale Miteinander und die gegenseitige Unterstützung und Rücksichtnahme an erster Stelle. Ein Team von 40 Helfer:innen, das mit viel Herzlichkeit und Geduld fast jeden Wunsch der Teilnehmer:innen erfüllte, unterstützte das Motto des Turniers. Das hohe spielerische Niveau und die durchweg positive Atmosphäre beeindruckten auch den Bürgermeister der Samtgemeinde Eystrup und Hoya sowie Thorsten Boomhuis, den ersten Vorsitzendenden des Vereins PingpongParkinson.
Den ersten Platz im Turnier belegte Norbert Hase aus Varl, Platz zwei ging an den Hamburger Christopher Toetz. Das Duell der beiden war so spannend, dass man eine herunterfallende Nadel hätte hören können. Letztendlich haben alle Teilnehmenden an dem Samstag gewonnen. Spätestens bei der Siegerehrung, wo Herr Rokitta an alle Spielenden einen kleinen von Zweitklässlern aus dem Ort gebastelten Glücksbringer austeilte, hatten alle Teilnehmer:innen den Ort Eystrup ins Herz geschlossen.

Freundschaftsturnier am 30.04.2022 in Münster
Ein kleines aber feines Turnier wurde am gleichen Tag in Münster ausgerichtet. Mit viel Spaß und Enthusiasmus gingen die 7 Personen aus Düsseldorf und 9 aus Münster an den Start und lieferten sich spannende Tischtennis-Partien. Mit großer Unterstützung des DJK Borussia Münster 07 e.V. gab es nicht nur eine perfekte Turnierplanung sondern auch ein leckeres Pizzabuttet für alle. Der Hauptrundensieg ging an Lienhard Dreger aus Münster, der Trostrundensieg an Knut Scheve aus Düsseldorf.
Essbare Keks-Medaillen für alle sorgten auch am Ende noch für gute Stimmung und alle Beteiligten waren sich einig: Das müssen wir auf jeden Fall wiederholen.
Gewonnen haben auch hier letztendlich alle: an Gemeinschaft, an Austausch und an dem Wissen, dass wir auch mit Parkinson noch viel bewegen können.

Beide Turniere brachten zusammen 45.600 Minuten für die AktivZeit ein. Ein Ergebnis, auf das wir gemeinsam mit unsem Partner PingPongParkinson sehr stolz sind.

Herzlichen Dank an Sabine Oltzen für dieses wunderbare Gedicht zum Erreichen unseres Etappenziels von 500.000 Minuten!

Wir freuen uns sehr darüber!

 

Das Sammeln geht weiter

 

D ieses Jahr, Weltparkinsontag

A m 11.04.22 begann die Challenge

S tartschuss 500.000 bewegte Minuten

 

S ammeln zu wollen

A ufmerksamkeit in der Öffentlichkeit

M inuten zusammenbekommen für  Erkrankte

M itten unter uns gibt es

L eider viele Leidensgenossen

N ur werden sie kaum wahrgenommen

 

G efragt in der Bevölkerung

E rschrecken die  meisten, wenn sie

H ören, wie viele, auch junge, Menschen

T ragen ihr Parkinson Päckchen

 

W ahrlich viel zu früh

E rkenntnis: Dieser Driss

I st KEINE ALTE LEUTE-KRANKHEIT

T rauen, sich zu öffnen und auf andere zugehen.

E rgebnis: Wir sammeln nun für Europa

R eicht euer Ehrgeiz, mit  dabei zu sein??

 

Hurra, wir haben unser Ziel erreicht!!! Kaum zu glauben, aber schon nach 17 Tagen haben wir es geschafft gemeinsam 500.000 aktive Minuten zu sammeln. Ihr seid sicherlich genauso sprachlos und überwältigt von diesem Ergebnis wie wir.

Die Gewinner:innen dieser Etappe sind in der Kategorie Einzelkämpfer:in Traumtänzerin, Ego1967 und Mick Daun und bei den Gruppen siegten PingPong Parkinson, Boxwerk und Parkinson Pates Dreamteam. Herzlichen Glückwunsch!

Eure Begeisterung für Sport und Bewegung spornt uns nun dazu an, das Ziel der Challenge zu erweitern, denn es gibt auf der Welt noch viel mehr Menschen mit Parkinson.

Schaffen wir es gemeinsam bis zum 11. Juni, also in weiteren sieben Wochen, insgesamt 1.200.000 aktive Minuten zu sammeln für 1,2 Millionen Menschen mit Parkinson in ganz Europa?

Mit Deutschland, der Schweiz und Österreich haben wir mit 500.000 Minuten schon angefangen, da fehlen nur noch 700.000. Wir sind überzeugt, gemeinsam können wir auch dieses Ziel erreichen und damit noch mehr Aufmerksamkeit europaweit auf das Thema Parkinson lenken. Wenn ihr dazu noch eure Freunde und Verwandten in den anderen europäischen Ländern einladet mitzumachen, schaffen wir dieses neue Ziel ganz bestimmt!

Auf geht’s!
Es grüßt euch,
Euer AktivZeit Orgateam